Systemischer Coach für Mensch-Hund-Teams
Energiearbeit/Tierkinesiologie 

Ein Hund zieht ein

Wenn ein Hund einzieht ist das immer ein ganz aufregendes und spannendes Erlebnis! Man hat vielleicht schon Wochen und Monate gesucht und endlich hat man „ihn“ gefunden. Man wollte unbedingt einen Wautz aus dem Tierschutz und endlich gibt es einen Flugpaten und der Kleine kommt nach Deutschland ... in ein fremdes Land ... mit anderen Menschen ... einer anderen Sprache ... anderen Gerüchen und kälter, als im bisherigen zu Hause ist es meistens auch noch – außer momentan vielleicht ;-) 

Der Wautz wurde vorher durchgechecked, geimpft und je nach Alter sogar kastriert...  dann kam er – wahrscheinlich zum ersten Mal – in eine Transportbox, dann in ein Auto ... keine Ahnung, wie lange die Autofahrt dauerte, dann auf einen Flugplatz mit vielen Menschen und unheimlichen Geräuschen, dann in den Frachtraum des Flugzeuges... wie einsam, kalt und beängstigend das sein musste!! Dann der Flug, ganz alleine musste der kleine Wautz da durch ... dann die Landung in Deutschland ... brrr ist das kalt! Hier riecht es gar nicht nach Meer und Pinienwald?! 

Er wird abgeholt und kommt wieder ins Auto ... wieder eine lange Fahrt ... endlich kommt er „nach Hause“ ... ist das sein neues Heim? Nein, eine Pflegestelle ... hier sind andere Hunde und Menschen, die eine komische Sprache sprechen ... 

Irgendwann kommt ein Menschenpaar und der Wautz wird abgeholt ... jetzt kommt er endlich in sein für-immer-zuhause J und jetzt ist es ganz, ganz wichtig, dass die Menschen dem Wautz ganz viel Zeit lassen! 

NEIN, es ist nicht gut, wenn er gleich mit auf die Hundewiese kommt! „Er braucht doch den Kontakt zu anderen Hunden“. 

NEIN, es ist nicht gut, wenn gleich die Nachbarskinder zum spielen kommen dürfen! „Wir wollen ja auch bald Nachwuchs, dann soll sich Wautz gleich mal an Kinder gewöhnen“. 

NEIN, es ist nicht gut, wenn gleich die Familie und Freunde zu Besuch kommen! „Aber Wautz hat doch bestimmt so viel Schreckliches erlebt – wir müssen ihn mit netten Menschen sozialisieren“. 

NEIN es ist nicht gut, ihn sofort in die Stadt, ins Restaurant und ins Kaufhaus mitzunehmen! „Wautz kennt ja nichts – wir müssen ihm alles zeigen“. 

NEIN, es ist nicht gut, gleich auf den Hundeplatz zu rennen und Sitz, Platz und Fuß zu lernen! „Wautz soll ein gut erzogener Hund werden“. 

Das einzige was Wautz jetzt braucht ist viel Ruhe, viel Schlaf, einen geregelten Tagesablauf und viel Zeit und Liebe. Wautz muss noch so viel verarbeiten und Rituale geben Sicherheit. Also geht man immer den gleichen Weg, gibt das gleiche Futter und nur in ganz kleinen Schritten lernt Wautz neue Menschen und Hunde kennen. Er braucht jetzt keine Abwechslung – wie ich es sonst gerne predige ;-) – sondern einen ritualisierten Ablauf, an den er sich gewöhnen kann. Wautz muss auch noch nicht frei rumrennen – sondern benötigt ein Geschirr und eine Schleppleine ... so lernt er es, sich an seinem Menschen zu orientieren und dass sein Mensch ihm das Wichtigste gibt – nämlich Sicherheit. Vertrauen, Geborgenheit, sich auf seinen Menschen verlassen können etc. ist das Wichtigste, was Wautz jetzt braucht! Das alles fördert die Beziehung und kann gerne, je nach Hundetyp, Wochen und sogar Monate dauern! So ein neues Hundeleben muss erst mal verarbeitet werden! 

Nehmen wir zum Beispiel die kleine Kara. Die Kleine kommt von einer Tierschutzorganisation aus Ägypten und lebt jetzt seit ca. 5 Wochen im schönen Rebland. Kara hat tolle, liebe Menschen gefunden, die sie sogar selbst aus Ägypten abgeholt haben. Sie ist wirklich eine kleine Zuckermaus, die sich in jedes Herz schmeichelt und ganz neugierig durchs Leben geht. Jede Pusteblume, jeden Baum, den Wald, selbst das Rauschen des Baches findet sie spannend ... das gibt es auch alles nicht in Ägypten. Kara kommt gut in ihrem neuen zu Hause zurecht – sie bleibt noch nicht gerne alleine, aber daran arbeiten wir. Ihre Menschen lassen ihr die Zeit, die sie braucht und arbeiten fleißig mit meinen Tipps. 

Auch Hunde, die bereits schon hier leben, gar nicht aus dem Ausland kommen, aber schon Besitzerwechsel hatten, brauchen ihre Zeit! Jeder Hund ist einzigartig und auch hier kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Chema F gibt es nicht. Das was bei Kara hilft, kann bei „Charly“ der falsche Weg sein... das macht meine Arbeit so spannend, einzigartig und abwechslungsreich ... jetzt knuddel ich mal all meine „Lieblingshunde“ mit denen ich arbeiten darf. 


Geschichten von der Hundewiese 

Warum heißt eine Hundewiese - Hundewiese?  

Bei uns heißt sie so, weil dort die Hunde frei und ohne Leine springen dürfen. Sie ist nicht, wie in anderen Städten eingezäunt, sondern eine große Freilauffläche. Auf unserer Hundewiese läuft am Rand auch ein Reiterweg entlang und es gibt sogar Naturhindernisse, die Reiter und Hundehalter nutzen können.  

Allerdings nutzen diese Hindernisse nur wenig Hundehalter als z.B. Freiluft-Agility für ihren Hund ... man müsste doch meinen, dass eine Hundewiese für die Hunde da ist... dass die verschiedenen Mensch-Hund-Teams Spaß haben und gemeinsam was schönes unternehmen und erleben? ... Unsere Hundewiese sollte eher Menschenwiese heißen... Warum?  

-Weil es dort Menschen gibt, die um die Wiese herumjoggen und ihre Hunde laufen frei mit – ohne Interaktion, ohne Spiel, ohne mal warten, weil der Vierbeiner gerade was Interessantes zum schnüffeln gefunden hat. Oder sie müssen an der Leine mitlaufen und werden regelrecht hinterher gezogen.   

-Weil mehrere Menschen zusammen die Wiese umrunden oder in der Mitte immer auf und ab gehen. – immer wieder, Runde für Runde – jeden Tag – die gleichen Strecken. Die Menschen reden miteinander, erzählen vom Job, den Kindern, ihren Hunden, der Politik, ziehen über andere Hundehalter her, erzählen sich den Gossip der Stadt ... und ihre Hunde? Die laufen hinterher ... vielleicht spielen sie sogar – das sehe ich aber eher selten! Eher wird gemobbt, der eine geht jagen, die anderen Hunde hinterher, dann wird über die Straße gerannt, weil auf der anderen Parkseite eine Ente gesichtet wurde ... bis die Menschen das merken, ist der Zeitpunkt für einen Rückruf schon längst zu spät.   

- weil mehrere Menschen zusammen die Wiese noch nicht einmal mehr umrunden, sondern in der Mitte stehen bleiben und quatschen. Die Hunde machen wer weiß was. Buddeln vor lauter Stress, Jagdverhalten oder Langeweile Löcher ... einer geht jagen, die anderen hinterher ... oder sie hetzen sich gegenseitig – eindeutig kein Spiel! Die Rüden hauen ab und bedrängen Weibchen am anderen Ende der Wiese. Oder sie fangen an Jogger und Spaziergänger zu jagen, anzubellen oder zu stellen. Sie beginnen die Wiese zu verteildigen und schlagen sofort an, sobald ein „Neuer“ gesichtet wird. Dann ist das Geschrei der Menschen groß!   

-weil die Menschen die ganze Zeit mit ihrem Smartphone beschäftigt sind ... telefonieren, Mails checken, auf Facebook oder Instagram  unterwegs sind – vielleicht schauen sie sich sogar die neusten Hundeseiten an?! Die Hunde machen irgendwas ... sind gelangweilt und viele Hunde haben leider schon resigniert – laufen eben einfach mit und sind in ihrer eigenen, kleinen Hundewelt.   

Ich weiß, dass viele Menschen einen Hund haben, weil sie dadurch einfacher in Kontakt mit anderen Menschen treten können. Man kommt ins Gespräch, vielleicht trifft man sich wieder, es entstehen sogar Freundschaften, etc. Aber wir dürfen dabei doch unsere Hunde nicht vergessen! Sie schenken uns ihr ganzes Leben. Wenn wir Glück haben, sind sie sogar bis zu 20 Jahre bei uns!  

Natürlich laufe auch ich mit anderen Hundehaltern zusammen. Natürlich quatsche auch ich über den neuesten Gossip der Stadt ... mal ... - nicht täglich morgens und nachmittags. Vorrangig geht es um meinen Hund, denn es ist ja eine Hundewiese J Selbst wenn ich quatsche, bin ich immer in Interaktion mit meinem Hund. Ich laufe langsamer, wenn er schnüffeln möchte, ich mache – ganz nebenbei ein paar Suchspiele oder kleine Aufgaben mit ihm, ich reagiere positiv, wenn er mich ansieht, er bekommt von mir Sicherheit wenn er sie braucht –wir kommunizieren einfach. Wenn ich weiß, dass ich heute wenig Zeit für meinen Hund habe, weil ich mich um andere Mensch-Hund-Teams kümmern darf, dann ist mein Morgenspaziergang für meinen Hund da! Dann laufe ich andere Wege, mache Spiele, vielleicht auch ein paar Übungen. Ich beschäftige mich mit meinem Hund, weil ich weiß, dass er dann erst mal ein paar Stunden auf mich warten muss. Wenn ich ihn gut körperlich und geistig beschäftige, dann weiß ich, dass er zufrieden nach Hause geht und die Zeit einfach verschläft, bis ich wieder nach Hause komme. Bitte macht aus einer Hundewiese wieder eine Hundewiese. Beschäftigt Euch mit Euren Hunden! Wir haben noch unseren Job, unseren Partner, unsere Freunde, unsere Hobbies ... unser Hund hat nur uns! Wir haben die Hunde Jahrhundertelang domestiziert, dass sie mit uns kooperieren – dann macht das doch bitte auch!   

Was bedeutet der Hund dem Menschen? Kinderersatz? Sozialpartner? Kumpel? Freund? Sportpartner? Würdet ihr, wenn ihr mit eurem Freund spazieren geht, die ganze Zeit nur am Smartphone hängen? Oder würdet ihr euch die ganze Zeit mit anderen Personen beschäftigen, als mit Eurem Partner? Nein! bestimmt nicht! ...   

Es ist nie zu spät – denkt um – beschäftigt Euch mit Euren Hunden und schnell werdet ihr sehen und erkennen, wie sich eure Beziehung festigen und sogar zu einer liebevollen Bindung werden kann, wenn Eure Hunde nicht nur Mitläufer sind...  

 Ich helfe Euch gerne dabei


Alter Hund

Heute Morgen konnte ich folgendes beobachten. 2 Menschen, 3 Hunde. Die Menschen liefen in der Mitte der Hundewiese in ihrem Tempo und unterhielten sich. Die 2 jüngeren Hunde „spielten“ miteinander (spielen in „“, das ist aber ein anderes Thema) und dann gab es noch den dritten Hund – ich glaube eine Hündin. Eine kleine, süße, mittlerweile ganz tapsige Rentnerin. Sie versuchte, mit dem Mensch-Hunde-Gespann mitzuhalten, aber ihr Abstand betrug mindesten 100m. Keiner kümmerte sich um sie. Die Menschen quatschen, die beiden Youngsters „spielten“ und rannten sie höchstens um und die Hundeoma versuchte einfach nur, nicht den Anschluss zu verlieren. 

Kein Blick von ihrem Menschen, keine lieben Worte, keine Beschäftigung, kein Spiel, keine Übungen ... nix! Die kleine, alte Hundeoma war einfach nur dabei...ein Mitläufer. Für mich war das so ein wahnsinnig trauriger Anblick – mein Herz wurde ganz schwer ...

 

Bitte vergesst Eure alten Hunde nicht! Auch sie wollen noch Ansprache, Spiel und Spaß! Gerade für sie ist es wichtig, das Gehirn weiterhin mit Aufgaben zu stimulieren und zu füllen. Sie haben uns doch so viele Jahre ihres Lebens geschenkt und im Alter sind sie nur Mitläufer? Ein Ballast, der nicht schnell genug hinterher kommt? 

Es gibt genug Beschäftigungsmöglichkeiten für alte Hunde. Falls Ihr auch einen alten und einen jüngeren Hund habt, dann gebt BEIDEN Hunden die Möglichkeit für eine angepasste Beschäftigung. Und ja, es kann sein, dass Ihr deshalb zweimal spazieren gehen müsst, weil zwei unterschiedliche Bedürfnisse befriedigt werden müssen.  Vielleicht geht mir das ganze auch so nah, weil ich mich selbst um eine alte demenzkranke Dame im Seniorenheim kümmere und sie täglich pflege. Bitte vergesst die Alten nicht - egal ob Mensch oder Hund! Sie haben Achtung, Liebe, Respekt und einen schönen Lebensabend verdient! 


Spielverhalten

Wer hört nicht täglich „Der will doch nur spielen“ oder „Warum rufen sie ihren Hund, die spielen doch so schön“ oder „also meiner spielt doch nur“

Ein schönes Spiel zwischen Hunden findet ...

1.    nur in einem entspannten Umfeld statt (ein Beispiel: „auf der Hundewiese spielen unsere Hunde gar nicht, aber sobald wir uns mal gegenseitig zu Hause besuchen, wird gespielt“)

2.    nur dann statt, wenn das Spielverhalten und die Verhaltensweisen stark übertrieben dargestellt werden

3.    nur mit Rollentausch der Spielpartner statt – niemand erkennt also den „Chef“ im Spiel

4.    relativ gelassen statt, kann aber sehr laut sein ;-) unsere Hunde dürfen knurren und bellen! Keine langen, einseitigen Hetzjagden

5.    nur statt, wenn Elemente aus den verschiedenen 7 Funktionskreisen, abwechselnd und wie zufällig, aneinander gereiht werden

6.    oft unter zwei Hunden statt. Ich beobachte doch immer öfter, dass ein dritter Hund dann gerne zum Mobbingopfer mutiert. Ist aber kein Muss. Es gibt auch schöne Spiele mit mehreren Hunden.

7.    nur dann statt, wenn die Endhandlung fehlt

Falls Euer Hund, Eure Hunde spielen und Ihr ein komischen Bauchgefühl habt, oder Ihr merkt unsicher zu werden und nicht mehr genau wisst, ist es jetzt ein Spiel oder nicht, dann holt Euren Hund, Eure Hunde da raus! Egal, was die anderen Hundebesitzer sagen!

Und NEIN! „Die können das unter sich regeln“ oder „da muss er durch“ oder „die machen das schon untereinander aus“ ist verhaltensbiologisch total falsch. WIR sind für unsere Hunde verantwortlich und regeln das für sie - egal, ob sie gerade „untergebuttert“ werden oder einen „auf Macho“ machen. WIR stoppen das!

In diesem Sinne – es lebe das Spiel!


Blockaden im Mensch-Hund-Team?

 

Habt Ihr manchmal auch das Gefühl, dass Ihr einfach nicht weiter kommt in Eurem Leben? Diesmal bezogen auf Eure Mensch-Hund-Beziehung?

Ihr trainiert und übt und übt, aber Ihr fühlt Euch, als ob Ihr vor einem Zaun steht und einfach nicht weiter kommt? Ihr seht zwar, was hinter dem Zaun ist und wie schön das aussieht, aber Ihr und Euer Hund könnt es nicht erreichen? Das kenne ich auch! Das kennt jeder Mensch und jeder Hundehalter. Erst neulich war ich bei Kunden, die mir gleich zu Beginn unseres Gesprächs sagten, dass das ihr vierter Hund sei – und diesmal wollten Sie ALLES richtig machen und jetzt haben sie doch mich kontaktiert, um ihnen zu helfen...

Diesmal alles richtig machen ... der Ansatz ist natürlich schön und löblich, aber wir sind eben nur Menschen und wir werden es einfach nicht schaffen, immer alles richtig zu machen ... wie es auch unsere Hunde nicht schaffen werden, immer alles richtig zu machen! Wir können nun mal die Epigenetik, die Herkunft oder die Einflüsse von Außen nicht ändern. Da kann man noch so viele Hundebücher lesen, DVDs schauen, Seminare besuchen, sich mit anderen „Hundemenschen“ austauschen etc.

Wenn Ihr vor diesem Zaun steht und nicht mehr weiter wisst, fehlt manchmal einfach nur ein Impuls von außen und Ihr werdet Euren gemeinsamen Weg wieder finden. Gerne gebe ich Euch diesen Impuls und ich zeige Euch, ob wir links um den Zaun gehen oder besser rechts rum - und ob der Weg lang sein wird oder wir das Ende des Zauns schnell erreichen werden - oder ob wir uns ein Werkzeug basteln und den Zaun einfach durchschneiden ... wir werden einen Weg finden.

Auch ich brauche manchmal so einen „Impuls“ von außen, obwohl ich Hundetrainerin bin ;-) und hole mir bei lieben Trainerfreunden Rat ... ich bin nicht vollkommen und wie in jeder Mensch-Hund-Beziehung spielen auch bei mir - wie bei Euch - die Emotionen eine ganz große Rolle! Bei Euch kann ich einfach von außen alles ganz neutral beobachten, reagieren und Euch coachen ... aber bei mir selber – bei der Beziehung zu meinem Hund, spielen die Emotionen eben auch mal verrückt und ich kann das Verhalten dann gerade nicht objektiv und von außen betrachten. So sind wir Menschen eben und das ist auch gut so! Wäre ja schlimm, wenn wir alles nur emotionslos betrachten würden.

Falls Ihr also mal zusammen mit Eurem Hund, vor so einem Zaun steht, dann holt Euch Rat und Hilfe und wartet nicht, bis aus diesem Zaun eine starke Mauer wird! Es allein nicht zu schaffen ist keine Schwäche, sondern sich Hilfe zu holen die wahre Stärke.